Neues aus Arco

Bild des Benutzers Gernot Schobert

Sie sind wieder da. Die Touristen strömen an den Gardasee. Pünktlich mit Beginn der Osterferien setzte die Urlauberflut ins Trentino ein. Gestern war noch alles beschaulich, die Einheimischen waren unter sich, heute, als wäre ein Sack geöffnet worden, kommen die Besucher. Vorbei ist es mit der ruhigen Radtour entlang des Sarcaflusses, vorbei ist es mit den freien Plätzen in den Restaurants, vorbei ist es mit dem ruhigen Leben in der Innenstadt. Arco hat zur Begrüßung seiner Gäste wieder seinen Blumenschmuck angelegt. Tagelang haben die Stadtgärtner gearbeitet, damit alles grünt und blüht. Auch in der Innenstadt wurde gebaut. So sind Teile des verwitterten Pflasters auf dem Piazza 4 Novembre und vor der Kirche ausgetrauscht worden. Die Arbeiten waren vor dem Ansturm der Oster-Touristen beendet.

Legt man in der Innenstadt jetzt Wert auf die Radfahrer oder nicht? Darüber ist in der Zeitung eine Diskussion entbrannt. Auf der einen Seite möchte man viele Fremde in den Geschäften haben, auf der anderen Seite freut es niemanden, wenn die Biker rücksichtslos durch die Fußgänger saußen und die Auslagen mit ihren abgestellten Rädern blockieren. Derzeit sieht es so aus, dass man vom Piazza 4. Novembre (Rathaus/Kirche) nicht mehr in die Via Segantini einfahren darf. Das war bereits im vergangenen Sommer so, aber Ostern 2014 war es noch möglich. Beachtet wird das Verbot jedoch nur von einem Bruchteil der Radler.
Die "Universität des 3. Alters" ist ein Phänomen. Um 150 Arcoer, vom Bauern, über Hausfrau und Handwerker bis zu Pensionären, von jung bis alt, nutzen die Zeit von Oktober bis Mitte April, um sich zu weiterzubilden. 45 Euro kostet die Teilnahme an den zwei mal zwei Lektionen in der Woche. Die Themen reichen von Geschichte über Kunst, Mathematik, Philosophie, Musik, Anatomie bis zur Literatur. Heute ist das Interesse besonders groß, denn Professor Turrini spricht an diesem Tag über die Villen zur Zeit der Habsburger in Arco.
Es ist der lokalen Presse eine Schlagzeile wert, dass der Arcoer Maler Franco Chiarani mit einem Bild auf der Expo in Mailand vertreten sein wird.
Gebaut wird in Arco eigentlich immer. Die "Villa Regina" neben des Sportplatzes ist um die doppelte Größe erweitert worden. Im Untergeschoss des Neubaus befinden sich Parkplätze, die man auch mieten kann. Oben werden Wohnungen für Senioren eingerichtet. Die "Villa Regina" ist ein Altenheim mit einem großen Betreuungsangebot. Die Kosten pro Tag liegen in der besten Kategorie bei 190 Euro. Besteht Bedarf? Auf meine Frage bekomme ich die Antwort, viele Leute aus dem Raum Mailand wollen in Arco ihren letzten Lebensabschnitt verbringen.


In Caneve, dort wo im vergangenen Jahr die Feuerwehr ihre neue Unterkunft bezogen hat und der Zivilschutz am 10. Mai offiziell seine Räumlichkeiten in Betrieb nimmt, entsteht ein weiterer imposanter Neubau. Die Bewohner der Villa "San Pietro", eines Hauses für psychisch kranke Menschen, werden dort nach der Fertigstellung einziehen. Das alte Gebäude soll danach abgerissen werden. Da es direkt an der Durchgangsstraße in einer Kurve liegt, trägt das zur Verkehrssicherheit bei. In dem dort geplanten Neubau sollen Wohnungen entstehen. Im Erdgeschoss wird die Stadt Arco Räume bekommen, unter anderem ein Büro für die Stadtpolizei. Diese befindet sich derzeit auf der gegenüberliegenden Straßenseite in der "Villa Pasquali", in der früher unter anderem einmal die Sparkasse eine Filiale hatte. In dem Haus befindet sich auch ein Raum des Verschwisterungsvereins. Das Gebäude soll nach dem Umzug der „Vigile“ ebenfalls abgerissen werden. „Wo wir dann unterkommen, das wissen wir noch nicht“, sagt Lino Rosa, Vorsitzender von "Arco obiettivo Europa". Derzeit arbeitet er wieder einige Fahrten für die Mitglieder aus. Am 22. bis 28. Juni geht es über Straßburg, Brüssel und Brügge zur Rad- und Wandertour der Verschwisterung nach Mons. Die nächste Reise führt vom 29. bis 31. Mai nach San Daniele, Slowenien und Triest. Dem folgt Mitte Oktober die Fahrt zur 55-Jahr-Feier der Verschwisterung in Schotten mit Zwischenetappen in München und Nürnberg.


Auch am Gardasee setzt man künftig auf interkommunale Zusammenarbeit. Arco möchte in Sachen Schwimmbad mit den Nachbargemeinden (das ist ein Gebiet mit rund 50000 Einwohnern) mehr Gemeinsamkeiten. Los geht es nach der Kommunalwahl am 10. Mai. In Arco wird jedoch nicht gewählt, da die Bürger dort nach dem Rücktritt des Bürgermeisters Mattei erst im vergangenen Jahr an die Urnen gerufen wurden.
23 Uhr, das war eine recht ungewöhnliche Uhrzeit für einen Auftritt des „Coro Castel“. In Riva fand eine bedeutende Messe für Jäger und Fischer statt. 300 Aussteller und sonstige mit der Thematik Verbundende trafen sich im Casino von Arco zu einem großen Festessen. Als Nachtisch präsentierte der Coro dann vier Lieder.
Bolognano, ein Stadtteil von Arco, hat eine neue Glocke bekommen. Die größte der neun Glocken im Kirchturm war defekt. Für 30000 Euro wurde bei der Firma Grassmayr in Innsbruck eine neue hergestellt, die 1200 Kilo wiegt. Zum Guss war eine Gruppe aus Arco in die Tiroler Landeshauptstadt gereist, um dieses besondere Schauspiel zu verfolgen.

In Erinnerung an den großen Sohn der Stadt, den Maler Giovanni Segantini, wurde der "Palazzo Panni", die Villa, in der sich die städtische Bibliothek und die Räume für Ausstellungen von Künstlern befindet, in "Segantini-Haus" umbenannt. Er wurde am 15. Januar 1858 in Arco geboren und starb am 28. September 1899 auf dem Schafberg bei Pontresina, Kanton Graubünden, Schweiz. Er galt als Maler des realistischen Symbolismus und Meister der Hochgebirgslandschaft und begann früh mit der Freilichtmalerei. Segantini entwickelte eine eigene Version der pointillistischen Maltechnik, mit deren Hilfe er das ungebrochene Licht der Hochgebirgswelt wiedergeben und die naturalistische Wirkung seiner Bilder steigern konnte.