''TOUR DU JUMELAGE 2014'' zu Gast in Roccella Jonica / Kalabrien / Italien

Bild des Benutzers Hans Otto Zimmermann

Verschwisterungsverein Schotten war mit einer Abordnung von 11 Personen mit dabei

[pd] In diesem Jahr wurde die „Tour du Jumelage“ - ein Treffen der Partner- und befreundeten Städte von Schotten in den Tagen vom 25. bis 29. Juni von der süditalienischen Stadt Roccella Jonica / Kalabrien ausgetragen. Insgesamt nahmen 73 Personen aus 6 Städten an dem Treffen statt. Vom Verschwisterungsverein Schotten weilten elf Personen in Kalabrien. Die Freunde in Roccella Jonica um deren Vorsitzenden Pietro Commisso hatten sich erneut viel Mühe gemacht, um eine ansprechende „Tour“ vorzubereiten, was ihnen auch gelungen war, wie alle Delegationen am Abschlussabend in einem kurzen Statement betont wurde. Leider wurde der letzte Abend noch durch ein Ereignis überschattet, bei dem sich eine Teilnehmerin aus der Partnerstadt Arco durch einen Sturz so stark verletzte, dass sie in ein Krankenhaus eingeliefert werde musste. Wie zu vernehmen war, befindet sie sich jedoch mittlerweile auf dem Weg der Genesung.

Im Rahmen der diesjährigen „Tour“ standen wiederum verschiedene Aktivitäten an. Nachdem sich die „Tour“-Teilnehmer nach der Anreise am 25.06. am Abend bei einem gemeinsamen Essen mit gemütlichem Beisammensein trafen, stand am nächsten Morgen eine gut vorbereitete Wanderung im nahegelegenen Gebirge an. Zunächst ging es mit dem Bus auf teilweise sehr engen Straßen zu dem Ausgangsort San Giovanni di Gerace. Von dort aus begann die ''Exkursion in das Gebirge'' über den ''Sentiero della Scialata'', einem zum Teil anspruchsvollen Wanderweg entlang des Bachbettes des Flüsschens Scialata mit einer Vielzahl von Kaskaden und Wasserfällen. Am Ende des landschaftlich sehr reizvollen und botanisch interessanten Wandersteiges erwarteten bei einer Schutzhütte auf einem Plateau mit dem Namen ''Oase der Scialata'' Frauen des Partnerschaftsvereins Roccella Jonica mit einem für die Teilnehmer vorbereiteten Mittagsmahl aus typischer Antipasti und Gegrilltem. Die Zeit nach dem Essen wurde mit landestypischer Tarantella-Musik und passenden Tänzen verbracht.

Der zweite Tag wurde ruhiger angegangen. Nach dem Frühstück trafen sich die Teilnehmer auf dem hoteleigenen Strand des ionischen Meeres, um von dort aus entlang dem Strand am Stadtkern von Roccella Jonica vorbei zu einem Strandbereich zu wandern, wo neben einem gastronomischen Betrieb mit Sonnenschirmen und Liegen ein Ort vorbereitet war, an dem der Tag bei Schwimmen, Gymnastik oder auch ganz einfach Faulenzen verbracht wurde. Spät in der Nacht ging es dann wieder mit Klein-bussen zum Hotel zurück.

Der Samstag, 28.06., stand nochmals bis zum Nachmittag im Zeichen von Historie und lokaler Kultur. Mit dem Autobus fuhren die Teilnehmer über die Küstenstraße ca. 60 km nach Norden zunächst in das Seitental des Flüsschen Stilare bis zum Städtchen Bivongi. Dort stiegen die Teilnehmer in Geländefahrzeuge um, die sie zu dem Standort des ehemaligen orthodoxen Kloster ''San Giovanni Therestis'' brachten. Von diesem Kloster aus dem 11. Jh. nach Christus ist bis heute – außer wenigen Gebäuden –, wo derzeit wieder 5 Mönche leben und arbeiten, noch die Kirche erhalten geblieben, die mit Hilfe von Geldern der EU in den letzten Jahren restauriert wurde. Anschließend begab sich die Besuchergruppe zu einer Stadtbesichtigung in die Altstadt von Bivongi, die weitestgehend nur zu Fuß begangen werden kann, weil die Gässchen sehr eng und steil sind und in den wenigstens Fällen selbst mit kleinen Fahrzeugen kaum befahren werden können. Infolgedessen ist die Altstadt fast total entvölkert und nur noch überwiegend von älteren Menschen bewohnt. Nach einem typischen Mittagessen ''ndujia calabrese'' in einem örtlichen Lokal fuhren die Teilnehmer in die benachbarte Ortschaft Stilo. Dort wurde eine der ältesten heute noch erhaltenen christlichen Kirchen Europas besichtigt. Es handelt sich dabei um die orthodoxe Kapelle ''Cattolica di Stilo'', einer 'privilegierten Kirche ersten Grades' eine gut erhaltene und elegante byzantinische Kirche, die zwischen dem 7. und 10. Jh. erbaut wurde.

Der Abend war einem gemeinsamen Gala-Essen, zusammen mit Vertretern der Stadt Roccella Jonica und Mitgliedern des örtlichen Partnerschaftsvereins gewidmet, an dem mehr als 120 Personen teilgenommen haben. Üblicherweise präsentieren sich die einzelnen Delegationen bei diesem Anlass mit einer kleinen Darbietung (Liedvortrag oder Sketch), sagen ein Grußwort und überreichen dem gastgebenden Ausrichterverein ein typisches Präsent aus der Region der Heimatgemeinde. Bedingt durch das eingangs geschilderte Unfallereignis unterblieben in diesem Jahr jedoch die Präsentationen. Am nächsten Morgen verabschiedeten sich die einzelnen Abordnungen und traten nach und nach die Rückreise in die Heimatgemeinden an. Alles in allem war die Tour durch die Freunde in Roccella Jonica

gut vorbereitet und durchorganisiert. Insgesamt haben die Teilnehmer vier interessante und schöne Tage im südlichen Italien verbracht. Das im Anhang beigefügte Bild zeigt die Gruppe der Teilnehmer an der diesjährigen ''Tour du Jumelage'' am Abschlussabend.

(Weitere Fotos sind in der Fotogalerie zu finden.)