Partnerschaftstour unter dem Motto ''500 Jahre Reinheitsgebot''

Bild des Benutzers Hans Otto Zimmermann

- Verschwisterungsverein Schotten zur ''Tour du Jumelage 2016'' in Bayern -

(pd) Ausrichter und Organisator der diesjährigen Partnerschaftstour der mit Schotten verbundenen Partner- und befreundeten Städten war die Stadt Bogen in Bayern vom 22. - 26.06., etwa in der Mitte auf der Strecke zwischen Regensburg und Passau an der Donau gelegen. Von daher war es auch nichts außergewöhnliches, dass die diesjährige Tour unter Motto ''500 Jahre Reinheitsgebot – für Bier in Bayern'' stand, zumal der eigentliche Veranstaltungsort der Tour die Stadt Aldersbach in Niederbayern, unweit der 3-Flüssestadt Passau gelegen, war. Aldersbach war vom Vorstand des Partnerschaftsverein Bogen auch deshalb ausgewählt worden, weil die vom Bundesland Bayern organisierte Landesausstellung zum Thema ''500 Jahre Reinheitsgebot'', die noch bis zum Oktober 2016 andauern wird, in Aldersbach stattfindet. Für diese Landesausstellung hatte das Land Bayern – unter Inanspruchnahme von entsprechenden Fördermitteln der Europäischen Union – einige Millionen Euro in die Hände genommen, um die Infrastruktur der Stadt Aldersbach, aber auch der Tourismusbranche ''auf Vordermann'' zu bringen. So wurde beispielsweise der Zellentrakt der früheren Mönche des ehemaligen Klosters in ein zeitgemäßes Gästehaus umgebaut. Es gab aber auch in den früheren Gebäuden der 1268 gegründeten Klosterbrauerei Aldersbach, die sich seit der Säkularisierung des Klosters in 1803 im Besitz der alteingesessenen Adelsfamilie ''von Arretin'' befindet, eine sehr interessante und mit vielen Originalexponaten ausgestattete Ausstellung zum Thema Bier und dem Reinheitsgebot. Diese aus dem Jahr 1516 gültige Vorschrift zum Brauen von Bier aus den vier Grundstoffen Wasser, Hopfen, Malz und Hefe, ist die älteste noch heute geltende Lebensmittelvorschrift, zumindest in Deutschland.

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Offensichtlich hatte das Bier eine magnetische Wirkung auf die Teilnehmer aus den Partner- und befreundeten Städte, denn mit insgesamt 110 Teilnehmern aus 7 Städten war die Zahl der Beteiligten an der Tour so groß wie schon lange nicht mehr. Sicherlich hat jedoch auch die straff organisierte und gut durchdachte Programmgestaltung der Freunde aus Bogen das Interesse an der diesjährigen Tour geweckt. Mit einer breiten Palette an unterschiedlichen Themen wurde den Interessen der verschiedenen Gruppen der Teilnehmer Rechnung getragen, angefangen von den Wanderern über die kulturhistorisch Interessierten bis hin zu den Freunden eines Wild-West-Erlebnis-parkes, war für jeden etwas Interessantes dabei. Eine Wanderung entlang der ''Vils'', die noch durch die Niederschläge der Wochen vorher angeschwollen war, bis hin zu der Einmündung in die Donau in Vilshofen stand am 23.06. auf der Agenda. Der zweite Tag stand unter dem Themenschwerpunkt Geschichte und Kultur. Ein guter Anschauungsort dazu war die Stadt Passau mit ihrem berühmten Dom und der weltgrößten Kirchenorgel mit 233 Registern und fast 18.000 Orgelpfeifen. Aber auch andere Objekte in der Stadt mit ihrer anheimelnden Altstadt fanden das Interesse der Besucher. Interessant war dabei zusehen, wie die immer wieder von Hochwasser heimgesuchte 3-Flüsse-Stadt von diesen Naturereignissen betroffen wurde und wie hoch das Hochwasser in den Straßen der Altstadt entlang der Donau gestanden hat. Die höchste Marke mit über 13 m (! !, bis in die 2. Etage von vielen Gebäuden) erreichte das Hochwasser am 15.08.1501. Aber auch am 03.06.2013 war es mit 12,89 m kaum viel niedriger. Ursache für das Hochwasser ist der Zusammenfluss der Donau mit dem aus den Alpen kommenden Inn und der aus dem bayrischen Wald kommenden Ilz. Alle drei Flüsse stauen dann zurück und die Retentionsfläche des durch die Bebauung eingeengten Tales sind dann die Straßen und Gebäude der tiefer gelegenen Teile der Altstadt von Passau. Hier durch Schutzbaumaßnahmen Abhilfe schaffen ist schier unmöglich und auch nicht zu finanzieren. Am Samstag, den 25.06. stand der Besuch des 1997 gegründeten Westernstadt ''Pullman-City'' in Eging am See auf der Tagesordnung. Auf einem Areal von mehreren Hektar wurde die 'Mainstreet' mit vielen unterschiedlichen nachgebauten Gebäuden im Stil der amerikanischen Siedler einer Westernstadt als Erlebnispark ausgebaut. Das interessante an diesem Park ist, dass er von Menschen, die gerne im Stil der damals lebenden Menschen, einschließlich der ''Indianer'' ihre Freizeit verbringen wollen, mit Leben erfüllt wird, in dem sie eine Vielzahl von Shows und Darbietungen – bis hin zur Einbeziehung von echten Bisons – vorführen.

Auf der Rückfahrt nach Aldersbach wurde dem Ort Kriesdorf im Vilstal noch ein Besuch abgestattet. Dort befinden sich eine Reihe historischer, in traditioneller Bauweise errichtete sehr schöne Bauernhäuser und komplette Vierseithofanlagen, die heute noch bewohnt und bewirtschaftet werden. Sehr schön und interessant war dabei auch der Besuch der kleinen Dorfkirche von Kriesdorf, in der sich ein schöner geschnitzter Flügelaltar befindet.

Der Samstagabend war dann zunächst einer kleinen Erinnerungsfeier zum 25-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft zwischen Bogen und Arco/I am Gardasee mit Grußansprachen des Bürger-meisters der Stadt Bogen und des Vizebürgermeisters der Stadt Arco sowie des Landrates des Kreises Straubing-Bogen und des Vizelandrates des Kreises Passau sowie des Freiherrn von Arretin vorbehalten. Anschließend gab es nicht ernstgemeinte ''kulturelle'' Beiträge der Abordnungen aus den einzelnen Städten. Bis spät in die Nacht saß man noch bei einem guten ''Aldersbacher Bier'' zusammen, bevor man sich mit dem Versprechen verabschiedete, sich bei der nächsten ''Tour du Jumelage'', die im kommenden Jahr von der tschechischen Stadt Rýmařov ausgerichtet wird, wieder zu treffen. Nach dem Frühstück am Sonntagmorgen traten alle Teilnehmer die Rückreise in die Heimatstadt an.