Tour du Jumelage in der Tschechischen Republik

Bild des Benutzers Hans Otto Zimmermann

Abordnung des Verschwisterungsverein Schotten weilte 5 Tage zur ''Tour du Jumelage'' in der Tschechischen Republik.
- Alte Freundschaften vertieft – neue Freunde gefunden -

 

[pd] Vor gut einem Monat weilten 16 Mitglieder des Verschwisterungsverein Schotten – darunter die Bürgermeisterin Susanne Schaab und der Ehrenvorsitzende Klaus Appel unter der Leitung des Vorsitzenden Hans Otto Zimmermann und dessen Stellvertreter Gernot Schobert im Gebiet der tschechischen Partnerstadt Rýmařov zu der diesjährigen Verschwisterungstour ''Tour du Jumelage''.
Die „Tour du Jumelage“ ist die älteste und erfolgreichste Veranstaltung zwischen den europäischen Partnerstädten der Vogelsbergstadt. Seit 1981 – mit gerade einmal 3 Unterbrechungen – wird dieses Event in jedem Jahr von einer anderen Partnerstadt organisiert und ausgerichtet. In diesem Jahr waren es die Freunde im tschechischen Rýmarov, die in den Tagen vom 21. bis 25.06.2017 in die Gemeinde Mala Morávka im Altvatergebirge (Jesenik) eingeladen hatte. Insgesamt 96 Teilnehmer aus Arco/I, Beloeil/B, Bogen/Bay, Crosne/F, Roccella Jonica und Schotten waren der Einladung gefolgt. Mit den Teilnehmern aus Rýmarov lag die Teilnehmerzahl weit über 100, die sich auf drei räumlich nahe beieinander liegenden Hotels verteilten.

Mala Morávka ist in einem reizvollen Tal des Jesenik gelegen und dessen höchste Erhebung, der Praded (Altvater) mit 1.491 m war das Wanderziel des ersten Tages. Parallel dazu war eine eine Gruppe von 11 Mountain-Bikern auf einer anspruchsvollen Radtour mit 57 km im bergigen Mittelgebirge bei schönstem Sommerwetter unterwegs. Auf dem Rückweg vom Praded wurde in dem Ort Velké Losiny (Groß-Ullersdorf) mit der dort angesiedelten, noch immer aktiven ältesten Fabrik zur Papierproduktion ein Besuch abgestattet. Seit 1596 wird in Velké Losiny handge-schöpftes Büttenpapier höchster Qualität erzeugt und in ganz Europa bei besonderen Kunden, wie z.B. Nationalregierungen, adligen Herrscherhäusern oder dem Vatikan vertrieben.

Abends saßen alle bei Musik im lockeren Gespräch beisammen. Dabei hatten sich die Freunde aus Rýmarov für den Donnerstagabend ein besonderes musikalisches 'Schmankerl' ausgedacht. Aus Ostrau war eigens eine 7-köpfige Cimbal-Kapelle engagiert worden, die mit folkloristischer Geigen- und Cimbal-Musik und Gesängen die Zuhörer an dem slawischen Gemüt teilhaben lies. Andächtig lauschten die europäischen Freunde dieser zum Teil melancholischen Musik und klatschten auch begeistert mit, wenn flotte Weisen gespielt wurden.
Der zweite Tag begann mit einer Busfahrt durch das „Niedere Gesenke“, durch den herrlichen Erholungsort Karlova Studanka mit seinen sehr schön restaurierten Hotelanlagen in Holzbauweise noch aus der Kaiserzeit, hin zum Heilbad Lipové Lázně und von dort aus zu der Pomezi-Tropfstein-höhle. Diese Höhle, die aus der erdgeschichtlichen Frühzeit stammt ist durch Auswaschungen in dem dortigen Marmor- und Kalkgestein entstanden und umfasst eine Gesamtlänge von 1.700 m, von denen gut 500 m bei einer Tiefe bis 56 m unter die Erdoberkante mit herrlichen Bildern von Stalagmiten, Stalaktiten und Stalagnaten für den Besuch von interessierten Menschen erschlossen wurden. Per Zufall wurde die Höhle erstmals 1902 durch Waldarbeiter entdeckt, geriet aber dann wieder in Vergessenheit. Erst in 1936 wurden durch Sprungarbeiten in einem nahegelegenen Steinbruch größere Zugänge freigelegt, die aber erst nach dem II. Weltkrieg zur Sicherung und systematischen Erforschung der Höhlenanlage führten. Die wunderbaren Tropfsteingebilde sind über Abertausende, wenn nicht Millionen Jahre gewachsen, wenn man weis, dass das Wachstum etwa 1,5 mm / Jahr beträgt.
Nach dem Mittagessen führte der Weg zu den „Zlatorudné Mlýny“ (Zlatorudné Goldmühlen) unweit der Stadt Zlaté Hory (Zuckmantel). In diesem Gebiet wurde ab dem 11. Jahrhundert bis in die Mitte des 20. Jh. ein großes Goldvorkommen in Stollen, die von der Seite in den Berg getrieben wurden, abgebaut. In früherer Zeit wurde das Gold, das zuvor in einem Hammerwerk und in mehreren, durch Wasserkraft angetriebenen Steinmühlen mit abgestuften Mahldurchgängen zu feinem Gesteinsmehl gemahlen, das vor Ort in einem mit Holzfeuer betriebenen Schmelzofen zu Gold-barren geschmolzen wurde. Die historischen Gebäude wurden vor wenigen Jahren mit Hilfe von Geldern der EU wieder aufgebaut und restauriert.

Am Samstag, den 24.06. wurde der Partnerstadt Rýmarov ein Besuch abgestattet. Zunächst stand eine Besichtigung im Brokatmuseum der ehemaligen HEDVA-Textilfabrik an. In „guten Zeiten“ waren in den Betrieben von Hedva bis zu 1.600 Frauen beschäftigt. Nach der politischen Wende ist die Fabrik auf nur noch ca. 10 % der ursprünglichen Beschäftigtenzahl zusammengeschmolzen, stellt aber heute noch hochwertige Brokatstoffe her, die vorwiegend im kirchlichen Bereich abgesetzt werden. Als nächstes wurde der „Linden-Kirche“ - einer wunderbar restaurierten Barockkirche aus dem frühen 18. Jh. ein Besuch abgestattet.. Nach dem Mittagessen konnten die Tour-Teilnehmer die Stadt nach freien Stücken erkunden, bevor am Abend in der Stadthalle von Rýmarov gemeinsam ein Abschlussabend gestaltetet wurde. Nach einer Begrüßung durch die Blaskapelle Podolanka und den Vorstand des Partnerschaftsverein Rýmarov unterzeichneten die Bürgermeister der Städte Schotten, Susanne Schaab, und Rýmarov, Petr Klouda, in Erinnerung an das 20-jährige Bestehen der offiziellen Städtepartnerschaft erneut eine Vereinbarung über die Bekräftigung des Partnerschaftseides aus dem Jahr 1996. Es folgte die Auszeichnung von mehreren Schottenern für ihre langjährige Aktivitäten in der bestehenden Partnerschaft. Geehrt wurden: der Ehrenvorsitzende des VVS, Klaus Appel, neben Robert Pitz, Gernot Schobert sowie Ehrenbürgermeister Hans Otto Zimmermann mit Ehefrau Christel und das frühere Schottener Vorstandsmitglied, heute stellv. Vorsitzende in Rýmarov, Anna Mezniková-Kolar.

Mit heiteren Beiträgen aus den einzelnen Partnerstädten und mit Musik der Kapelle PODOLANKA klang der Abschlussabend aus. Zuvor hatte der Vorsitzende des Verschwiserungsverein Schotten, Hans Otto Zimmermann, die Anwesenden zur nächstjährigen „Tour u Jumelage“, ausgerichtet von Schotten in Thüringen im Gebiet des „Rennsteigs“ mit geplanten Besuchen von z. B. der Wartburg, Erfurt oder Weimar eingeladen. Am Sonntag, 25.06.2017, verabschiedeten sich die einzelnen Delegationen von alten und neuen Freunden und traten die Heimreise an. Zum dritten Mal hatte der Vorstand des Partnerschaftsvereins Rýmarov eine gut organisierte „Tour du Jumelage“ vorbereitet.

Weitere Fotos von der Tour du Jumelage 2017, befinden sich in der Galerie.