Neues aus Arco

Bild des Benutzers Gernot Schobert

Schottens Partnerstadt Arco ist derzeit noch wie ausgestorben. Wer jetzt noch etwas essen oder trinken möchte, ist schlecht dran. Im Zentrum sind die Bars und Restaurants geschlossen. Ferien bis Mitte Februar oder Mitte März steht auf den Zetteln, die in den Türen hängen. Nur die Chinesen haben an diesem Abend offen. Ihr Restaurant hat keine urlaubsbedingte Schließung, ist sieben Tage in der Woche geöffnet. Gebackener Reis mit Krabben, ein Flasche 0,66 Liter Tschingdao-Bier, ein Euro für das Gedeck, mit 7,20 Euro bin ich dabei. Auf dem Rückweg entdecke ich in der Via Vergolano eine Bar, die geöffnet hat. Auch „Gatto Nero“ kurz vor der Brücke in der Via Segantini ist offen. Erstaunlich, für einen Donnerstagabend kurz vor Mitternacht sitzen hier so um 20 Personen.


An der katholischen Kirche hängt wie immer am Anfang des Jahres eine Statistik der in Arco lebenden Ausländer. Das waren 1676 am 31. Dezember 2014, 58 Prozent davon Frauen. Ein Jahr zuvor waren es noch 1703. Die meisten Ausländer, nämlich 321, stammen aus Rumänien, gefolgt von 267 Albanern, 133 Moldawiern, 96 Polen, 90 Tunesiern, 83 Marokkanern, 74 Ukrainern, 59 Chinesen und 57 Deutschen Seit dem Jahr 2000 bekamen in Arco 448 Ausländer die italienische Staatsbürgerschaft. Ein paar Schritte weiter stört das Geräusch eines Presslufthammers die Stille. In der Bar Conti d´ Arco und in der Cantina Marchetti wird gearbeitet. Wiedereröffnung soll in einigen Wochen sein. Geplant ist dann, dass der Betreiber der Bar auch das Restaurant der Cantina mit übernimmt.


Ein Blick in die Tageszeitung fördert weitere Neuigkeiten aus der Partnerstadt zutage: Öffentlicher Streit über die geplante Tourismusabgabe, die ab März kommen könnte. Das wären dann 1,20 Euro am Tag pro Gast für die Förderung der Tourismusorganiation. Bis jetzt gibt es dazu noch viele offene Fragen, so der Zeitungsartikel.


Den Carneval in Arco vom 8. bis 15. Februar lässt sich die Stadt einiges kosten. 37000 Euro bekommen die Gruppen der Wagenbauer, die an den beiden Sonntagen mit viel närrischem Fußvolkk durch die Stadt ziehen. 3000 Euro bekommt das Knödel-Komittee, das am 13. Februar vor dem Rathaus Gnocchi für alle spendierte. Apropos Geld. Der Magistrat hat den Etatentwurf für 2015 eingebracht. Von den 33 Millionen Euro Ausgaben sind vier für die Sporthalle an der Grundschule in der Via Nas, eine Million für die Schule in Bognano und 100 000 Euro für das Umfeld des Palazzo Panni (Bibliothek) die dicksten Brocken.
Für Schlagzeilen in diesen Tagen sorgt auch der Zustand des Busbahnhofes. Um dem Vandalismus zu begegnen werden mehr Polizeikontrollen gefordert,.Aber auch der bauliche Zustand der Anlage wird kritisiert. Bis Ende vergangenen Jahres befand sich in dem Haus ein Tabacchi-Laden (Zigaretten, Zeitschriften u.a.), der ist aber jetzt geschlossen. Die Bar an der Ecke des Hauses gibt es schon seit einigen Jahren nicht mehr. Morgens ist hier noch der Verkauf von Fahrkarten, ansonsten geben sich hier die Fahrgäste ein Stelldichein. Abends treffen sich hier die Jugendlichen.


Die Jugend hat nach längerer Bauzeit Ende vergangenen Jahres ein ganz neues tolles Zentrum in Prabi gegenüber der künstlichen Kletterwand bekommen Doch Leben ist hier noch nicht eingezogen.. Es fehlt angeblich ein Gastronom, der das Haus betreiben soll. Vom Verkauf von alkoholfeien Getränken dürfte hier keiner existieren können.
Für Aufruhr in der Stadt sorgte auch die Pressemeldung, dass Unbekannte das Auto eines Gewerkschafters der Firma ZF (die stellte Teile für Schiffsmotoren her) angzündet haben. Der Mann soll im Auftrag des Betriebs eine Liste mit Mitarbeitern erstellen, die gekündigt werden sollen. ZF scheint massive Absatzprobleme zu haben.
Yoga della risate (also Lach-Yoga als Therapie) wird mittwochs im Feuerwehrhaus angeboten.


Das Casa Rossa, ein Lokal in Linfano, hat einen neuen Pächter. Die Familie aus Kalabrien möchte hier schwerpunktmäßig Pizza und Fisch anbieten. Die Carabinieri aus Arco und Riva haben jetzt das deutsche Sportabzeichen erworben. 26 Personen absolvierten unter Anleitung eines deutschen Abnehmers die erfoderlichen Übungen und werden das Abzeichen an ihrer Uniform tragen, erzählte mir Giorgio Dalri in der Mitgliederversammlung der Alpini. Diese Gruppe ist mit den oberhessischen Reservisten seit sechs Jahren verschwistert. Vorsitzender Carlo Zanoni hatte in seinem Jahresbericht 53 verschiedene Aktivitäten erwähnt, darunter auch einige Begegnungen mit den Reservisten und Gästen aus Schotten. Die Gruppe Arco mit ihren 342 Mitgliedern ist die drittgrößte im Trentino.Bürgermeister Alessandro Betta dankte der Gruppe für ihr enormes Engegement für die Allgemeinheit.


Das Lokal „Le Arti di Artemisia“, im Dezember in der Via Monache eröffnet, setzt auf Kultur. An einem Abend stellte der Arco Lehrer und Hobby-Schriftsteller Sergio Ragnolioni, sein zweites Buch „Peccato morire“ vor. Einen Krimi, der auf Schloss Toblino spielt. Marco Trentino begleitete die Lesung mit seiner Gitarre. Bei der Präsentation wechselten sich der Autor und die Journalistin Paola Malcotti ab. Etwa 30 Literaturfreunde waren dazu gekommen. Einen Tag später wurde es orientalisch mit einem Cuscus-Menü und Bauchtanz.