Neues aus Arco - Menschenmassen strömen nach Arco

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In Schottens Partnerstadt „weihnachtet“ es bis zum 6. Januar

In Schottens Partnerstadt Arco ist in diesen Tagen wieder der „rote Teppich“ ausgelegt. Es sind sogar viele, die vor den Geschäften in den Einkaufsstraßen liegen und den potenziellen Käufern den Weg zeigen sollen. Die Stadt ist in diesen Wochen wieder ein Zentrum des norditalienischen Weihnachtsmarktes. 40 neue Holzhäuschen stehen um die Kirche, hier findet jeder, was sein Herz begehrt. Viel Handwerkliches, aber auch Kulinarisches ist beim Bummel über den Markt zu sehen und zu erwerben. Aber es sind mehr „Sehleute“, als „Kaufleute“, die sich an den Wochenenden durch die engen Gassen von Arco schieben. Markt ist seit dem 20. November überwiegend jeweils freitags, samstags und sonntags, ab 21. Dezember täglich, er endet am 6. Januar. Es gibt Tiere zum Anfassen, Kinder reiten auf Ponys durch die Stadt, eine Bimmelbahn transportiert Groß und Klein durch die Stadt. Gelegentlich gibt es musikalische Unterhaltung. So trat der Coro Castel an einem Abend auf mehreren Plätzen auf und bekam viel Beifall für seine Darbietungen. Der Chor macht sich, er hat um 35 Sänger, hinzu kommt ein Kinderchor. Jetzt ist geplant, einen Chor für Mädchen anzubieten.

 

Beifall gab es für ein großes halbstündiges Feuerwerk, das von der Burg aus über Arco abgeschossen wurde. „Heute habe ich 40 Busse gezählt, die Marktbesucher gebracht haben“, sagte Sergio Gallun, der an diesem Tag als freiwilliger Helfer den Gästen beisteht. Der ehemalige Caribiniere, der sich mit Gleichgesinnten im Verein zusammengeschlossen hat, setzt seine beruflichen Erfahrungen zum Wohl der Besucher ein.

 

„Wir haben unser Hotel drei Tage ausgebucht“, sagt der Chef vom „Campagniola“. Ähnliches berichten andere Kollegen. Die Weihnachtsmärkte sind für Arco und andere Orten im Trentino „ein warmer Regen“ außerhalb der Saison. In Trento wurden an diesem Sonntag 400 Busse und fast 1000 Besucher mit Wohnmobilen gezählt, die dort den Weihnachtsmarkt besuchten. In Arco sind das verständlicherweise viel weniger. Aber auch hier gab es ein enormes Aufkommen von Wohnmobilen, die auf jedem freien Platz standen. Die Restaurant-Besitzer freuen sich derzeit über viel Kundschaft. Auch abends, wenn ein Teil der Marktbesucher wieder abgereist ist, sind die Lokale gut besucht. In der „Bar Centrale“ tummeln sich an einem Freitagabend gegen 22 Uhr um die 50 Gäste. Die drei Damen hinter der Theke haben keine ruhige Minute, immer wieder werden Café, andere Getränke und ein kleiner Imbiss bestellt. Sogar draußen auf der Terrasse sitzen viele Leute, wegen der Temperaturen um fünf Grad Celsius haben sie sich entsprechend wärmend angezogen.

In Arco sorgt Vize-Bürgerneister Bresciani für Schlagzeilen, als er vorschlägt, den Busbahnhof zu verlegen. Das unansehnlich gewordene Gebäude beim „Palace Hotel“ sollte geräumt werden. Ihm schwebt ein Neubau am Rande des neuen Parkplatzes im Stadtteil Caneve vor. Das alte Bahnhofsgebäude sollte - wie das in Riva - saniert und für den Fremdenverkehr zur Verfügung gestellt werden.

Aber es gibt nicht nur Positives zu berichten. Die Geburtenabteilung des Krankenhauses von Arco ist jetzt nur noch am Tag geöffnet. Werdende Mütter müssen dann nachts die Häuser in Rovereto oder Trento besuchen. „Ein Sterben auf Raten“ ist für die Gynäkologie in Arco zu befürchten. In Arco erblicken derzeit jährlich zwischen 300 und 400 Kinder das Licht der Welt. Die Gesundheitspolitiker in Rom fordern 500 Geburten im Jahr, um solche Abteilungen zu erhalten. Ob jetzt schon das letzte Wort gesprochen ist, ist fraglich, denn in Arco hat sich erheblicher Widerstand formiert. Auch andere kleinere Krankenhäuser im Trentino sind von diesem Gesetz betroffen.

Diskutiert wird auch immer noch, was mit dem ehemaligen Oratorium geschehen soll, das die Stadt von der Kirche erworben hat, und von Jahr zu Jahr weiter verfällt. Es gibt Forderungen, das Haus abzureißen und dort am Ufer des Sarca-Flusses eine Parkanlage zu errichten. Auf der anderen Seite gibt es immer noch die Pläne, hier eine Jugendherberge zu errichten.

An der Spitze von „NuVolA“, der Gruppe des Zivilschutzes am oberen Gardasee, wird es am 5. Januar einen Wechsel geben. Der derzeitige Chef Mario Gatto möchte nach sechs Jahren nicht mehr kandidieren. Die Organisation ist mit den oberhessischen Reservisten befreundet. Gewählt wird auch bei den Alpini (ehemalige Gebirgsjäger), die mit den Reservisten verschwistert sind. Hier steht am 7. Februar der Vorsitzende Carlo Zanoni zur Wiederwahl an. Einen neuen Vorsitzenden wird es bei der Associazione Arma Aeronautica (AAA) geben. Danilo Angeli, seit acht Jahren Vorsitzender der Flieger-Reservisten, die ebenfalls mit den Oberhessen verschwistert sind, wurde zum Vorsitzenden der AAA Trentino/Südtirol gewählt. Wegen der neuen Aufgabe als Chef von sechs Sektionen und einer Gruppe, steht er bei den Vorstandswahlen am 28. Februar nicht mehr zur Verfügung.

Der Verschwisterungsverein Arco hat enormen Zulauf. Jetzt fand ein gemeinsames Essen zum Jahresabschluss im „Hotel Everest“ statt. „Wir konnten nur 120 Anmeldungen berücksichtigen, weiteren Interessenten mussten wir absagen, weil wir nicht genügend Platz haben“, sagte Vorsitzender Lino Rosa. Seine Gruppe wird im Frühjahr den Mitgliedern eine Fahrt nach Albanien anbieten, dann geht es zur Tour nach Bayern. Ende Oktober richtet der Verein die Arbeitstagung der Partnerstädte am Gardasee aus.