Neues aus Arco

Bild des Benutzers Gernot Schobert

Schotten/Arco (gs). So kennt man Schottens Partnerstadt am Gardasee: Menschenmassen strömen durch die Altstadt, die Leute sind mit Paketen beladen, sitzen in den Bars und Restaurants und genießen die Urlaubszeit im Norden Italiens. Pünktlich mit Ostern sind auch die Touristen wieder gekommen, die Ruhe in der kurzen Winterpause nach dem Christkindlmarkt ist vorbei. „Ostern gut für die Gastronomie, schlecht auf den Straßen“, titelt eine Tageszeitung und spielt dabei auch auf das erhöhte Verkehrsaufkommen an, das dafür sorgt, dass die Fahrzeuge nur langsam weiter kommen. Die meisten Hotels waren an den Feiertagen ausgebucht, auf den Campingplätzen gab es kaum freie Kapazitäten, Kletterer und Radfahrer bevölkerten den Ort. Auch die verbreiterte Straße im Stadtteil Prabi zwischen kommunalem Campingplatz und dem privaten Camping Zoo wurde fertiggstellt und hatte in diesen Tagen ihre erste Bewährung.

Eier, Eier, Eier: Ostern ist auch die Zeit der gekochten Eier. Viele Vereine luden ihre Mitglieder oder die Öffentlichkeit zu gekochten Eiern und Zichorie-Salat (Radicchio) ein. Dazu gibt es auch Wein oder andere Getränke. Los ging es unter anderem bei der Assoziacione Arma Aeronautica (AAA) im Vereinsheim. Ein paar Stunden weiter hatte der Alpenverein Mitglieder und Freunde eingeladen. Auf dem Platz an der Kirche spendierte der Inhaber des Eissalons a diesem Nachmittag 800 Eier, 15 Kilo Zichorie-Salat und 60 Liter Wein. Um 200 Leute waren am Ostermontag zum Gottesdienst an die kleine Kirche von Laghel gekommen. Hier waren die Alpini Gastgeber. Bereits um 7 Uhr hatten sich die Helfer um Vorsitzenden Carlo Zanoni im Vereinsheim getroffen und 450 Eier gekocht. Tische und Bänke wurden verladen und wenig später in Laghel außerhalb des Kirchleins aufgebaut. Nach der Messe mit Don Walter gab es hier Eier, Wein, Limonade, Wasser und Kartoffel-Chips. Für die Helfer und ihre Angehörigen wurde danach im Vereinsheim ein Mittagessen mit Carne Salada serviert.

  

Die „Villa Italia“ in der Magnolien-Allee hatte vergangenes Jahr den Besitzer gewechselt. Der Inhaber, ein Bauunternehmer, hatte das Haus saniert und bietet darin jetzt Sweeten und Apartments an. Er wirbt mit einem Hallenbad und Wellness. Auch die Restauration ist neu: Es wurde ein veganes Restaurant angegliedert, außerdem gibt es dort ein Café und ein Eiscafé.

Die Villa wurde 1883 von Emanuele Wohlauf gebaut. Es war die berühmte Epoche des “Kurortes”, Arco war also Kurstadt, als die Aristokratie Mitteleuropas darum wetteiferte, sich die noch prachtvollere Villa bauen zu lassen, um in Arco die Ferien zu verbringen.

Auf dem Gelände der Burgruine gibt es eine kleine Bar. Die hat in diesem Jahr einen neuen Pächter bekommen. Carlo Donegani, der neben dem Rathaus schon seit Jahren mit Erfolg das Café Trentino betreibt, kümmert sich jetzt um die hungrigen und durstigen Burgwanderer.

Ebenfalls neue Pächter gab es bei der kommunalen Malga Zanga auf dem Monte Velo. Das beliebte Ausflugsziel wird jetzt von Enzo Ferrari und Stefania Libietti geführt. Beide möchten dort außer Essen und Trinken ein neues touristisches Angebot machen.

Mit einem Konzert verschiedener lokaler Chöre endet in diesem Jahr die 43. Oster-Musik in Arco. Ab 12. März fanden dort an verschiedenen Orten klassische, aber auch volkstümliche Konzerte statt. Der Besuch ist ein Muss für viele Arceser und Gäste. In diesem Jahr wurden 14. Konzerte angeboten.

Auch aus dem Wirtschaftsleben sind Erfolge zu verzeichnen. So bekam die Firma Dana vom „Top Employers Institute“ eine Auszeichnung für ihre hervorragenden Arbeitsbedingungen.

„Oliocru Arco“ freut sich über eine Goldmedaille, die es im Florenz bei einer Bewertung von Olivenöl gab. Unter 215 Mitbewerbern ging diese Auszeichnung an den Arcoer Olivenöl-Hersteller für „Origini – casaliva denocciolata“.

Schon jetzt wirbt Arco für das Festival „Rock Master“, ein weltweiter Frei-Kletterer-Wettbewerb, der vom 26. August bis 24. September nicht nur viele Sportler, sondern auch Zuschauer in die Stadt am Sarca-Fluss führt. Weltcup-Veranstaltungen sind am 26. und 27. August, Rock-Junior findet vom 2. bis 4. September statt, Kinder- und Familien Rock ist am 4. September, die Arco-Rock-Legenden zeigen am 26. August ihr Können. Neu in diesem Jahr ist das Rock-Master-Dorf, das sind Holzhütten, die rund um die Kirche stehen. Hier gibt es all das, was die Kletterer benötigen und sie interessiert.

Örtliche Politiker haben eine Diskussion entfacht, mit dem Ziel das Arco und Riva sich zu einer gemeinsamen Stadt zusammenschließen sollen. Das wird von der Mehrheit abgelehnt.

Nicht gut für den Ruf Arcos als Fremdenverkehrsort ist die Nachlässigkeit bei der Wartung verschiedener technischer Geräte. So ist die meteorologische Station gegenüber des Fremdenverkehrsbüros schon seit einigen Jahren defekt. Hier konnten früher aktuelle Wetterdaten abgelesen werden. Seit vergangenen Herbst funktioniert auch die Anlage gegenüber des Casinos nicht mehr. Hier wurden unter anderem Temperatur und Luftdruck über 24 Stunden aufgezeichnet. Sie sind schön, die Monitoren, die an verschiedenen Plätzen, unter anderem vor dem Rathaus, vor der Bibliothek und vor dem Fremdenverkehrsbüro stehen. Dort sollen sie per Fingerdruck auf einen Bildschirm Stadtplan, Veranstaltungen, Vereine und Gastbetten anzeigen. Doch auch hier ist bei den meisten „Fehlanzeige“.