Neues aus Arco

Bild des Benutzers Gernot Schobert

Arco, Schottens Partnerstadt am Gardasee, wirkt in diesen Wochen ein wenig verschlafen. Die Zeit des Fremdenverkehrs ist vorbei, erst um Ostern werden die nächsten Touristenströme in dieser Region im Trentino erwartet. Dem entsprechend sind viele gastronomische Betriebe derzeit geschlossen, die wenigen Lokale, die keine Pause machen, sind  von den Einheimischen in Beschlag genommen. Meist sitzen sie auf den überdachten Terrassen in der Nähe von Heizöfen – Hauptsache im Freien.

Derzeit bestimmt wieder der Fußball das sportliche Leben am Gardasee, es spielen 64 Mannschaften der Jahrgänge 2006 und 2007 im 18. Pulcini-Turnier um den Sieg und die Ehre. Finale ist 12. März. Zwischen dem 9. und 14. März findet das 46. internationale Fußballturnier „unter 16“ statt, an dem sich 16 Mannschaften, darunter welchen aus Großbritannien, Dänemark und Serbien, beteiligen. Diese beiden sportlichen Ereignisse für Fußballer und das Mädchen-Turnier „unter 15“ für acht Mannschaften sorgen ein paar Tage für die Auslastung der Gastronomie rund um Arco.

Zeitgleich wird in der Partnerstadt wieder Fastnacht gefeiert. An zwei Tagen gab es in der Innenstadt auf verschiedenen Plätzen ein abwechslungsreiches Programm für die Kinder, am Sonntag zogen Festwagen durch den Ort. Das Programm wird am darauf folgenden Wochenende wiederholt. Falls es regen sollte, wird am 5. März gefeiert. Sommer-Karneval ist in diesem Jahr am 28. und 29. Juli sowie am 4. und 5. August geplant.

Große Freude im Hause „Omkafè“, das 1947 gegründete Unternehmen, das vor einigen Jahren seinen Sitz von Riva nach Arco verlegt hat, bekam beim „internationalen Coffee Tasting“ in Brescia zweimal Gold. Hier wurden 216 Kaffee-sorten aus 19 Ländern und aus mehr als 100 Röstereien den 32 Juroren gestellt. Dabei gab es Gold für Cialde Top Ese und Espresso Italiano, worüber sich der Generaldirektor Lorenzo Martinelli sehr freute. Das Unternehmen, das sein 90-jähriges Bestehen Anfang Dezember feiern wird, befindet sich seit Jahren im Aufwind und hat wieder neue Mitarbeiter eingestellt.

Arco war Anfang des 20. Jahrhunderts ein beliebter Kurort für die Bevölkerung, überwiegend den Adel, aus Österreich-Ungarn. Daran erinnern die zahlreichen Paläste. Viele wurden restauriert, für viele fehlt jedoch das Geld, um auch sie wieder in die ursprüngliche Pracht zu verwandeln. Jetzt gibt es in Sachen einer alten Villa einen Hoffnungsschimmer. Bürgermeister Alessandro Betta hat verkündet, dass die Villa Angerer in einem Gemeinschaftswerk von Arco und einem Professoren zu einer Luxus-Residenz umgebaut werden könnte.  Das passt zu den Plänen der Stadtverwaltung, das Vergangene in Blick zu behalten, um es in Zukunft  in neue Strukturen zu überführen. Zur Villa gehört ein 30000 Quadratmeter großer botanischer Garten. Kurz vorher hatte der Vize-Bürgermeister Stefano Bresciani ein weiteres Projekt vorgestellt. Ein Sonnendorf mit einem Bereich für Kur und Erholung in der Nähe des ehemaligen Sanatoriums Quisisana.

Dreimal volles Haus zur Premiere des Dokumentar-Films „Gianni Caproni, un trentino con le ali“. Im Oratorium der Kirche gab es drei bis auf den letzten Platz ausverkaufte Vorführungen über das Leben des in Arco geborenen Luftfahrt-Pioniers Giovanni Caproni. Dieser hatte 1910 sein erstes Flugzeug K 1 konstruiert, das sich am 27. Mai erstmals in die Lüfte erhob. Da Arco damals zu Österreich-Ungarn gehört, Caproni jedoch überzeugte Italiener war, verlegte er seine Flugzeug-Produktion, darunter die vieler Bomber, die im Ersten Weltkrieg im Einsatz waren, auf italienisches Gebiet.

Wechsel an der Spitze des Alpenvereins. Fabrizio Mori (in Schotten aus seiner Zeit als Stadtrat kein Unbekannter) hat in der Jahreshauptversammlung nach sechs Jahren nicht mehr für das Amt des Vorsitzenden kandidiert.  Sein Nachfolger wurde der 47-jährige Lehrer Massimo Amistadi, der unter anderem seit sieben Jahren in der Jugendarbeit des Vereins aktiv war.

Aktiv waren auch die Alpini (ehemalige Gebirgsjäger), die ihre Jahreshauptversammlung hatten. Die Gruppe, die mit den oberhessischen Reservisten verschwistert ist, hatte 2016 über 60 verschiedene Aktivitäten, zum Teil auch über mehrere Tage hin. Das berichtete Vorsitzender Carlo Zanoni im Hotel Palace Citta. Die Gruppe hat 358 Mitglieder, davon sind 292 (minus zehn) ehemalige Soldaten und 66 (plus 13) Förderer. Bürgermeister Alessandro Betta dankten dem Verein für sein vielfältiges soziales, ehrenamtliches Engagement, das eine große Bereiche des gesellschaftlichen Lebens von Arco sei.