Neues aus Arco

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Eine Zeitung schrieb von einem „Erdbeben“, als sie über den Rücktritt des Pfarrers von Arco, Pater Walter Sommavilla, zum 2. Dezember berichtete. „Dies ist die letzte Messe in Arco“ sagte dieser am Sonntag, „ich habe mit dem Erzbischof gesprochen, er hat meine Gründe verstanden und meine Bitten akzeptiert.“ Den Rücktritt eines Pfarrers hat es in Arco nie gegeben. Don Walter verkündete das auch über Facebook und teilt dort mit, dass er ab 2. Dezember seinen Dienst als Pfarrer von Arco beende. Der Bischof habe seinen Rücktritt angenommen. Für einen Priester sei der Dienst als Pfarrer einer von vielen, aber nicht der einzige. Man könne heute sogar Priester sein, ohne Pfarrer zu sein. Für ihn sei diese Aufgabe jetzt zu anspruchsvoll und zu viel gewesen. Er sei und bleibe ein Priester und sei glücklich damit. Er habe gefragt, ob er etwas Ruhezeit haben könnte, um seine Kraft zurückzugewinnen. Er sei weiterhin auf einfache, zurückhaltende und bescheidene Weise ein Priester. Ohne immer an der Front zu sein. Er habe diese Entscheidung in völliger Freiheit und in gutem Gewissen getroffen. Der Pfarrer in Arco muss auch die Interessen der Kirche gegenüber der Stadt vertreten, so etwa bei der Leitung des Kindergartens und des Seniorenheims „Fondazione Comunità di Arco“. Nach seiner Ankunft am 19. Oktober 2014 hatte Don Walter Schwierigkeiten, in die Verwaltung dieser Unternehmen einzusteigen. Bei der Ernennung der Mitglieder des Verwaltungsrates und des ehemaligen Bürgermeisters Paolo Mattei als Vorsitzenden der „Fondazione“, hat er die Mehrheit im Stadtrat kritisiert. Seine Gegner werfen ihm zu große Nähe zur Opposition vor.

Die Pfarrgemeinde Arco ist in die Hände von Don Ferruccio Furlan, ehemaliger Dekan von Fiemme, übergegangen, der vom Bischof zum Pfarrer ernannt wurde.

Auch in Arco gibt es nicht ganz schöne Ecke, so wie den Busbahnhof. Dieser ist im Laufe der Jahre zu einem verlassenen Ort geworden. Viele Pläne sind vorgestellt worden, doch getan hat sich nichts. Eine private Firma kümmert sich derzeit um die Sauberkeit der öffentlichen Toiletten, in der Vandalen immer mal ihre Spuren der Verwüstung hinterlassen. Jetzt wird in einem Pressebericht beklagt, dass diese am Sonntag geschlossen sind.

Es könnte für die Stadt teuer werden. 320482 Euro, ohne Mehrwertsteuer, Zinsen und Neubewertung, verlangt der Konkursverwalter der Azzolini-Gesellschaft von der Gemeinde Arco und klagt vor dem Gericht von Rovereto. Am 12. März 2012 hatte die Stadt unter Leitung des damaligen Bürgermeisters Paolo Mattei beschlossen, die Bauarbeiten an der ehemaligen Quisisana-Villa einzustellen. Das hatte der damalige Präsidenten der Provinz, Lorenzo Dellai, gefordert, denn Riva del Garda und Arco sollten ein gemeinsames Theater errichten und nicht in jeder Stadt eins. Daraufhin ließ Mattei die Arbeiten einstellen. Jetzt fordert der Konkursverwalter Schadenersatz von der Stadt. Ein Gütetermin hatte keinen Erfolg, nächste Station ist das Gericht. Zwischenzeitlich hatte ein anderes Bauunternehmen die Arbeiten wieder kurze Zeit aufgenommen, momentan verkündet eine Hinweis am Bauzaun, dass dort derzeit nur Sicherungsmaßnahmen durchgeführt werden.  

Der Arcoer Weihnachtsmarkt lockt seit 16. November jedes Wochenende wieder viele Gäste in die Partnerstadt. In 41 Holzhäuschen werden Essen und Trinken, Handwerkliches, Kunst und mehr angeboten. Für die Kinder gibt es Eselreiten, die Häuser auf dem Platz 3. November werden abends von farbigen Strahlern mit schönen Motiven beleuchtet. Der Markt ist bis zum 6. Januar jeweils von Freitag bis Sonntag geöffnet, an diesen Tagen wird auch ein abwechslungsreiches Programm angeboten, außerdem gibt es ein Feuerwerk. Der Besucherstrom, so mein Eindruck, hat nachgelassen, der Trend der vielen Weihnachtsmarkt-Touristen geht eher in die größeren Städte wie Trento oder Rovereto. Außerdem gibt es in jeder Gemeinde rund um Arco ebenfalls Weihnachtsmärkte.

 

 

In den Gassen und verwinkelten Straßen des mittelalterlichen Stadtteils Stranfora stehen viele Krippen aller Größen, die aus verschiedenen Materialien von einem Komitee und den Bewohnern hergestellt wurden. Sie laden zu einem Bummel ein, um die Weihnachtsatmosphäre zu spüren.

 

Einladend wirken auch die „roten Teppiche“, die – wie in jedem Jahr – in der Innenstadt die Eingänge der Geschäfte miteinander verbinden.

Gernot Schobert