Schottener zu Gast in der hess. Landesvertretung in Brüssel

Bild des Benutzers Hans Otto Zimmermann

[pd] Auf Einladung der Hess. Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten, Lucia Puttrich, und der Vertretung des Landes Hessen bei der Europäischen Union in Brüssel weilte eine Delegation des Verschwisterungsverein Schotten am 31.03.2017 in Brüssel. Die Abordnung aus Schotten bestand aus dem Vorsitzenden des Fachausschusses für Verschwisterung in der Stadtverordnetenversammlung, Otfried Würtz, und den Vorstandsmitgliedern des Verschwisterungsverein Schotten, Hans Otto Zimmermann (Vors.), Gernot Schobert (stellv. Vors.) und Beisitzer Rainer Weil. Anlass der Einladung war eine hochkarätige und sehr gut besuchte Veranstaltung zum Thema ''60 Jahre Römische Verträge – Die Geburtsstunde der Europäischen Union – eine Bilanz''.

 

 

 

Ministerin Puttrich, zu der H.O. Zimmermann als ehemaliger Bürgermeisterkollege der Nachbarstadt Schotten, und auch als Fachministerin für Partnerschaftsarbeiten nach wie vor einen guten Kontakt pflegt, hatte aus Anlass und im Zusammenhang mit dem Datum 25.03.1957 (Tag der Unterzeichnung der Römischen Verträge durch die damaligen Präsidenten bzw. Regierungschefs der sechs Nationen Belgien, Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und Niederlande) eine Trilogie von Veranstaltungen initiiert, um dem 60. Jubiläum zur ''Geburt'' der Europäischen Union einen würdigen Rahmen zu geben. Zwei der Veranstaltungen wurden in Wiesbaden und Berlin begangen, die letzte und als krönender Abschluss fand in der Hessischen Landesvertretung bei der EU, in der Rue Montonyer in Brüssel statt. Dazu konnten neben dem Leiter der Vertretung des Landes Hessen bei der EU, Herrn Friedrich von Heusinger, als kompetente Referenten Herr Reinhard Silberberg, Botschafter, Ständiger Vertreter Deutschlands bei der EU mit einem Impuls-Referat und Herr Ingo Espenschied, Dipl.-Politologe mit einer multimedialen Zeitreise eine hochkarätige Präsentation über die historischen Grundlagen und zeitaktuellen Entwicklungen nach dem Ende des II. Weltkrieges und den ersten Anfängen zu Entwicklung eines vereinten und friedlichen Europas, angefangen von der Rede des britischen Premierministers Winston Churchill am 19.September 1946 in der Universität von Zürich, über die Gründung des Europarates am 5. Mai 1949 in London, und die berühmte Rede des damaligen französischen Außenministers Robert Schuman am 9. Mai 1950 in Paris, verbunden mit der Entwicklung seiner Gedanken zu dem ''Schuman-Plan'' als Grundlage der Gründung der Montanunion, die mit der Unterzeichnung des Vertrages vom 13. Juli 1952 in Paris vollzogen wurde. Dabei stand bei allen Über-legungen zu den gemeinsamen Aktivitäten in Europa immer der Gedanke im Hintergrund und war wesentlicher Antriebsmotor für alle Überlegungen, wie durch gemeinsame Entwicklung und langfristig angelegte multinationale Verträge ein dauerhafter Friede in Europa, verbunden mit einer positiven ökonomischen Entwicklung und einem Leben in Wohlstand, Freiheit und sozialem Frieden gewährleistet werden kann. Der Einstieg in diese schwierige Materie, die umfangreiche Konsultationen und hartnäckige Verhandlungen der Regierungschefs erforderte, war dann der Abschluss der ''Römischen Verträge'' mit der Unterzeichnung am 25. März 1957 in der italienischen Landeshauptstadt. Bereits damals hatten die sechs Gründerländer der EWG die Vorstellung, dass nach und nach der Kreis der Nationen, die sich diesen hehren Zeilen anschließen und unterwerfen, mit der Zeit mehr werden und im Idealfall alle europäischen Nationalstaaten umfassen sollten.

 

 

Nach der Begrüßung durch den Leiter der Hess. Landesvertretung, Herrn von Heusinger, gab der Botschafter und Ständige Vertreter Deutschlands bei der EU, Herr Silberberg, in seinem Impulsreferat einen verbalen Einstieg in das Thema. Dabei versäumte er nicht, auch auf die verschiedenen Rückschläge und Probleme der EU in der Vergangenheit und insbesondere auf die aktuellen Themen, wie den Brexit und die Flüchtlingsproblematik einzugehen. Seine Ausführungen waren in ihrer Aktualität durch nichts zu überbieten, denn er kam gerade von einem Treffen mit dem Präsidenten des Europäischen Rates, Donald Tusk, der dabei den Entwurf der Agenda der EU zur Verhandlung mit Großbritannien über den Brexit vorgestellt hatte. In wunderbarer Weise wurden die Ausführungen von Botschafter Silberberg durch die multimedialen Präsentationen und sehr fundierten Erläuterungen durch den Beitrag von Ingo Espenschied ergänzt und untermauert. Nach gut zwei Stunden dankte die große Zahl der Besucher den Referenten mit langanhaltendem Applaus für die gelungene Veranstaltung und in Abwesenheit der Hess. Europaministerin Lucia Puttrich für die Idee zu dieser Veranstaltung.